praxis-upgrade Team vor dem Hotel "Das Tegernsee"

Per Knopfdruck in die Zukunft? – Bericht von der Roadshow „Der Weg zur digitalen Praxis“ in Tegernsee

Nach dem erfolgreichen Start im Frühjahr in Berlin war es wieder soweit: Am 18. September 2015 fand zum zweiten Mal unsere Roadshow „Der Weg zur digitalen Praxis“ statt. Diesmal lud praxis-upgrade ganz in den Süden Deutschlands ein, an den Tegernsee. Das neue Konzept des Formats für diese innovative Fortbildungsveranstaltung der Firmen Computer konkret, DentaCore, medianetX und Medi-Tec ging voll auf. Anstatt in traditioneller Weise einfach Vorträge aneinanderzureihen, hatten die vier Partner aus dem praxis-upgrade Netzwerk eine organisch ineinander greifende Präsentation entwickelt. Es wurde gezeigt, wie der gesamte Arbeitsablauf in einer dentalen Praxis digitalisiert abläuft – angefangen von der Aufnahme des Patienten bis hin zur Langzeitaufbewahrung seiner Daten im externen digitalen Archiv. Ein grundlegender Aspekt, der auf dem gesamten Weg der Behandlung eine Rolle spielte, war die Rechtskonformität des Umgangs mit den medizinischen Daten. Die Referenten präsentierten zu ihren Vorträgen live die Software- und Hardware-Anwendungen der digitalen Praxis und reichten sich jeweils den Stab weiter, sodass die einzelnen Themen nahtlos miteinander verknüpft wurden. Die Zahnärzte und Kieferorthopäden, die unsere Fortbildung besuchten, waren am Ende einhellig der Meinung, dass das Präsentationsformat originell und abwechslungsreich war und die Inhalte dadurch sehr anschaulich und einprägsam dargestellt wurden.

Von der Diagnostik bis zur Archivierung alles digitalisiert

Thomas Treichel, Diplom-Informatiker und Projektmanager für Diagnostik-Software bei der Computer konkret AG, konstatierte die große Herausforderung, vor denen jede Praxis steht, dass die Digitalisierung immer mehr Anwendungssysteme erfordert und Patientendaten über verschiedene Standardschnittstellen verteilt werden. Mit der Erweiterung seiner Diagnostiksoftware liefert Computer konkret die Komponenten, die Kieferorthopäden heute bei der Arbeit mit 3D-Dateien benötigen. Diese sind dann direkt in der Patientenakte verfügbar und dienen als Basis für die nachfolgende Verarbeitung. Herr Treichel zeigte auch, wie man 2D-Dateien, bspw. Fotos, drahtlos und automatisiert direkt in die Patientenakte übertragen kann.

Andrea Marlene Seitz und Marcus Ehrenburg von Medi-Tec GmbH stellten das Dokumentenmanagementsystem vor. Der Geschäftsführer und die Vertriebsleiterin der Dresdner Firma zeigten, dass physische Dokumente wie bspw. Arztbriefe nicht mehr im Schrank aufbewahrt werden müssen, sondern einfach gescannt und im digitalen Managementsystem gespeichert werden. Ein solches System gestaltet die Arbeitsabläufe um ein Vielfaches effizienter, denn die Mitarbeiter müssen sich nicht mehr zwischen einzelnen, über die ganze Praxis verstreuten „Informationsinseln“ bewegen, sondern finden das Dokument mittels der Texterkennung sofort mit einem Klick an einem Ort. Dabei bietet das System mit seiner automatischen Versionierung der Dateien auch noch Manipulationssicherheit und garantiert damit die Rechtsicherheit und Zukunftsfähigkeit unter anderem der amtlichen Dokumentation.

U. Höhn

Udo Höhn, Geschäftsführer von DentaCore GmbH, präsentierte ein Intraoralscanner-Modell der neuesten Generation. Die Hardware kann durch die Cart- und Pod-Versionen in der Praxis mobil eingesetzt werden. Die Datenkommunikation läuft über Intra- und Internet und kann direkt mit dem PVS verknüpft werden. Weiter führte Herr Höhn vor, wie man die Behandlung über die digitale Modellanalyse planen und durchführen kann. Außerdem bekamen die Zuhörer per Video einen spannenden Einblick in den 3D-Druck von Kiefermodellen, welcher inhouse oder durch externe Dienstleister geleistet werden kann.

Bei einem köstlichen Mittagessen auf der Terrasse des Hotels „Das Tegernsee“ gab es Zeit, Fragen an die Referenten zu stellen, sich mit Kollegen endlich einmal wieder persönlich auszutauschen oder einfach mit dem wunderbaren Blick auf den See und die umliegenden Berge für einen Moment innezuhalten.

Terasse Tegernsee

Michael Daletzki, Geschäftsführer der medianetX GmbH, stellte im Anschluss die Frage: „Wie bekomme ich meine medizinischen Daten sicher und rechtskonform zum Gutachter, zu Kollegen, Partnern oder Dienstleistern?“ Jeder, der in der Dentalbranche arbeitet, ist sich heute schon bewusst, dass CD-ROM, E-Mail, USB-Stick oder Anwendungen wie Dropbox keine Lösung für den Praxisalltag sind – aufgrund der rasanten Entwicklungen im Hardware-Bereich wie auch wegen der datenschutzrechtlichen Vorgaben. Für den sicheren und unkomplizierten Datentransfer wurde eine deutschlandweit einzigartige Lösung vorgestellt. Eine weitere datenschutzkonforme Lösung für das zeitgemäße Praxismanagement wurde mit dem digitalen Langzeitarchiv präsentiert. Über das betreffende Programm ist es möglich, die gewaltigen Datenmassen, die sich bei der Behandlung über die Jahre in einer Praxis ansammeln, entsprechend den gesetzlichen Vorschriften mindestens 10 Jahre lang hochverschlüsselt und manipulationssicher in einem externen Langzeitarchiv auf einem deutschen Server zu speichern.

Aussichten und Möglichkeiten

Zum Abschluss der Roadshow gab es noch eine offene Fragerunde. Ein Kieferorthopäde aus dem Publikum formulierte das schöne Bild eines Knopfes, mit dem man mit einem Klick alle Dokumente eines Patienten, dessen Behandlung abgeschlossen ist, aus dem Praxissystem ins Archiv befördern könne. Einen solchen Knopf wünschen sich angesichts der rasanten und komplexen Entwicklungen im Hardware- und Software-Bereich wohl viele. Diesen Knopf, über den sich alle Anwendungen und Daten verwalten und managen ließen, gibt es nicht und wird es wohl auch nicht geben. Wie sich aber mit den derzeitigen Hard- und Softwarelösungen der Arbeitsablauf in einer Praxis rechtskonform und so effektiv wie möglich gestalten lässt – davon hat unsere Roadshow zur Zufriedenheit der Teilnehmer einen kompakten Einblick geben können.

 
Anna Burck
Anna Burck,
Projektleiterin Digitalisierung,
Medi-Tec GmbH
burck@medi-tec.info

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